Nach den Tagen in der Wildnis ging es als naechstes nach Alice Springs, einem kleinen Staedtchen mitten im Nirgendwo. Dort deckten wir uns mit neuen Vorraeten ein und genossen es, fuer kurze Zeit mal wieder die Zivilisation schnuppern zu koennen, um kurz darauf in die nahe gelegenen MacDonnell Ranges aufzubrechen. Die Bergkette ist beruehmt fuer ihre Schluchten, die wir auf kleinen Wanderungen erkundeten. Dabei hatten wir einmal sogar das Glueck, eines der seltenen black footed rock wallabies zu beobachten (Wallabies sind kaenguruhaehnliche kleine Tiere mit fuchsartiger Schnauze). Auf einem sehr idyllischen Busch-Campingplatz in der Naehe der Ormiston Gorge schlugen wir unser Lager auf. Hier genossen wir dann endlich unser erstes Abendessen im Freien, nachdem es auf der bisherigen Fahrt naemlich tagsueber bruetend heiss, aber abends und vor allem nachts richtig kalt war. Die Luft ist dabei uebrigens tagsueber so trocken, dass frisch geschnittenes Brot innerhalb von Minuten austrocknet und man pro Person vier bis fuenf Liter Wasser trinkt, ohne auch nur ansatzweise etwas gegen die konstant trockene Kehle ausrichten zu koennen.
Am naechsten Morgen machten wir eine wunderschoene Wanderung durch die Schlucht und verabschiedeten uns spontan in Richtung Alice Springs: Es war ja schliesslich EM-Finale angesagt! Wir suchten einen Campingplatz mit einem Fernseher – und wurden fuendig. Der Platz war zwar der assigste ueberhaupt, aber wir konnten morgens um 3:45 Uhr verschlafen in den Fernsehraum tigern, um mit drei weiteren Deutschen unsere Jungs anzufeuern. Nun ja, vergeblich, wie sich bekannterweise herausstellte! Da haben wir ein einziges Spiel der EM gesehen, und dann war das so eine Nullnummer! Nun denn, bis zur WM 2010 ist es ja nicht mehr lang hin….
Es ging noch am gleichen Tag weiter in Richtung Norden. Etwa 700 Kilometer noerdlich von Alice Springs passiert man eine magische Grenze – das Outback ist zu Ende und wird von eine savannenartigen Ebene abgeloest. Nach einem sehr schoenen Abstecher in den tropischen, von wenigen Touristen besuchten Elsey Nationalpark, der zahlreiche bunte und laut schreiende Papageien beherbergt, war der Menschenrummel in der Katherine Gorge ein regelrechter Schock. Der Abstecher zur Schlucht belohnte uns aber immerhin mit dem Sichten einer Kolonie laut zankender Flughunde, die sich bei der Hitze kopfueber im Baum haengend mit ihren ledrigen Fluegeln Luft zufaecherten. Jedes einzelne dieser Kerlchen sah aus wie eine Miniatur von Graf Zahl! Nach einem kurzen Picknick nahmen wir reissaus und campierten stattdessen ca. 100 Kilometer noerdlich bei den Edith Falls. Bei den Wasserfaellen nahe unseres Camps konnte man in einem sehr schoenen Wasserloch baden. Doch die Krokodilwarnschilder liessen uns die Hitze dann doch auch so ertragen!