Zunaechst ging es ueber eine rauhe Schotterstrasse (gegen die argentinische Puna war das zwar eine Spielstrasse, aber nicht fuer einen alten rostigen Jim, der bei jedem Schlagloch heftig durchgeschuettelt wurde. Mit teilweise 10 km/h tuckerten wir erfolgreich ueber die dirt road (der Mietwagenvermieter muss ja nicht alles wissen…) und erreichten einen der wohl schoensten Buschcampingplaetze ueberhaupt: In der Naehe der Gunlom Falls, die aufgrund der Trockenzeit momentan nur noch einem Troepfeln gleichen, und am Rande der Savanne schlugen wir unser Lager auf und erholten uns von den anstrengenden, knapp 6.000 bisher gefahrenen Kilometern. Nach einem wunderschoenen Abendkonzert der exotischen Voegel lauschten wir nachts dem Geheul der Dingos und dem Gebell der barking owls, um am naechsten Morgen wieder vom Vogelgesang geweckt zu werden – herrlich!
Wir fuhren nach ein paar Tagen in das Zentrum des Nationalparks, wo wir auf dem Yellow Water Billabong und dem East Alligator River eine Bootstour machen wollten. Das riesige Feuchtgebiet ist UNESCO Weltnaturerbe, und das wollten wir uns ja nicht entgehen lassen! Der sogenannte dawn cruise ging uneinladenderweise bereits um 6:45 Uhr morgens los. Doch was wir vom ersten Moment an auf dem Wasser sahen, zaehlt zu den schoensten Eindruecken unseres Lebens:
Wir fuhren nahezu lautlos durch eine mystische Wasserwelt, ueber der die Sonne blutrot aufging und alles in ein atemberaubendes Licht tauchte. Um uns herum erwachte die Welt zum Leben, ueber unseren Koepfen flogen hunderte von Voegeln und an den Ufern des Flusses sahen wir so viele Vogelarten in so grosser Anzahl, dass man es kaum beschreiben kann.
Wir sahen unter anderem Eisvoegel, Ibisse, unterschiedliche Reiher-, Enten-, und Gaensearten, mehrere Stoerche und ein Weissbrustseeadlerpaerchen, das ueber unseren Koepfen kreiste. Mehrere Krokodile lagen (scheinbar?!?) verschlafen im Wasser und blickten uns aus ihren gelben Augen an.
Nicht nur landschaftlich ist der Kakadu Nationalpark einzigartig. Nicht umsonst hat ihn die UNESCO gleichzeitig zum Weltkulturerbe ernannt. Bei den Felsen von Nourlangie und Ubirr kann man bis zu 20.000 Jahre alte Felsmalereien der oertlichen Aboriginie-Staemme bewundern.